Urban Nomad


Überlebensanzug

City Home

Während eines Studienaufenthaltes in New York 1996/97 verdichtete sich für Laura von Wangenheim der Eindruck, daß die Menschen in dieser modernen amerikanischen Metropole sich in einer Lebensraumordnung befinden, die im Begriff ist, ihre starren Strukturen und gleichbleibenden Wohnformen aufzulösen. Wachsende Bevölkerungszahlen, „neue Armut“ und eine zunehmende Migration von arbeitssuchender Landbevölkerung in die Großstädte zwingt eine immer größer werdende Gruppe von Menschen zur chamäleonhaften Anpassung an eine sich verändernde Wohnraumsituation. Die Rolle des Wohnraums als ein „alle-Bedürfnisse-erfüllender“ Ort scheint ausgespielt. Wohnraum und urbaner Raum sind eins geworden. Mit anderen Worten:

Die Beziehung zwischen Interieur und Exterieur hat sich umgekehrt und das Haus ist jetzt um die Städte herum zerstreut errichtet.

 

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„Jäger und Sammler“

Archetypen menschlicher Tätigkeit spiegeln sich wieder. Menschen bewegen sich wie wandelnde Designobjekte und eilende Kunstwerke: Martialischer Look, Fitness-Look, Hiphop-Outfit (Waffen unter weiten Hosen und Jacken)… Military-Look wie für den Dschungelkampf. Afrikanische Ketten aus Muscheln, Zähnen und Perlen als symbolischer Schutz für Geister? Im Zusammenklang mit Inline Skates, tragbaren Music-Playern inklusive Hightech Kopfhörern, Trinkflaschen und Rucksäcken sind sie der Ausdruck für die Wiederkehr des Nomadischen unter den Bedingungen der Großstadt. Kommunikationsdrang kennzeichnet sich zunehmend durch voyeuristische Lust und Exhibitionismus. Selbststilisierung mit archaischer Orientierung als auch die Design-Aufrüstung des eigenen Körpers sind Ausdruck und Zugleich Nivellierung von Individualität. So ergeben sich „Stämme“ und Gruppen je nach Lebenshaltung, Mode, bzw. Zeitgeistfixierung.

Aufgerüstete Rastlosigkeit

Camus beschrieb das bewußte Dasein des Sysiphus, den wir uns als glücklichen Menschen vorstellen sollen, als Alternative zum Selbstmord. Sysiphus auf den Straßen, auf den Plätzen, an den Stränden von New York. Sysiphus – ein nomadisches Selbskunstwerk. Aufgerüstet als Inkarnation der Rastlosigkeit.

New York, Manhattan

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    ZUM SURVIVAL SET     

©Laura von Wangenheim